Was wird denn eigentlich

Stefan war Anfang des Jahres im VW Museum in Wolfsburg und hat jetzt ein paar Bilder von seinem dortigen Besuch bei flickr eingestellt. Eines davon zeigt das Volkswagen 1-Liter-Auto in seiner ersten Inkarnationsstufe: http://www.flickr.com/photos/10983301@N06/8215641783/ Genau der richtige Anlass an einem trüben Sonntag um mal im Netz nach dem Stand der Dinge zu forschen, und sich den ein oder anderen Gedanken zu machen was da bei dem allgegenwärtigen Gerede über die Elektromobilität noch kommt und kommen mag. Bald zwei Jahre ist es nun schon her, das VW damals in Katar mit dem XL1 die dritte Inkarnationsstufe des 1-Liter-Autos vorstellte. Auch wenn diese den Namen eigentlich nicht mehr verdient, denn dieser Verbrauch lässt sich dann doch nur durch rechnerische Tricks mit der Hybridtechnik erreichen. Bereits 2002 zeigte man die erste L1 genannte Studie. Und das sogar fahrend auf normalen öffentlichen Straßen. Piëch lenkte die Zigarre seinerzeit selbst. In der Wikipedia ist folgende Information hinterlegt.
Als Motor dient ein Einzylinderdiesel-Pumpe-Düse-Direkteinspritzer mit etwa 6,3 kW/8,5 PS Leistung bei 4000/min und 299 cm³ Hubraum, der eine Höchstgeschwindigkeit von ungefähr 120 km/h ermöglicht. Das Konzept erinnert an den Messerschmitt Kabinenroller.
2009 stellte VW dann auf der IAA den L1 vor. In diesem saß man, wie im Kabinenroller, immer noch hintereinander. Der Motor erstarkte hier schon deutlich zu einem Zweizylinder TDI mit 800 cm³ und einer angegebenen Leistung von 39PS. Das Konzept war VW am Ende dann wohl doch zu mutig, denn Anfang 2012 stand eben der XL1 in Katar. Über diesen habe ich hier ja auch schon das ein oder andere Wort verloren. Wieso? Weil der XL1 in meinen Augen das einzige ernst gemeinte Projekt für eine effizientere Mobilität ist. Warum, das verrät uns WV tatsächlich auf einer eigenen Seite zu ihrem „1-Liter-Auto“ (http://www.volkswagen.de/de/Volkswagen/nachhaltigkeit/technologien/forschung_und_projekte/1-liter-auto.html).
Dem Prototypen reichen 6,2 kW/8,4 PS und damit ein Bruchteil der Leistung heutiger Autos, um eine konstante Geschwindigkeit von 100 km/h zu fahren (Golf 1.6 TDI mit 77 kW und 7-Gang-DSG: 13,2 kW/17,9 PS).
Wird’s denn was? Könnte, aber wohl leider nicht für viele. Ob das klappt weiss ich nicht. Denn bislang ist es eher chic Ressourcen zu verschwenden als diese zu schonen. Immerhin verdichten sich die Meldungen über eine Markteinführung sowie die Sichtung von Erlkönigen: Heise schreibt im September 2012: http://heise.de/-1703926
Auf der IAA im Herbst 2013 wird der Serien-XL1 gezeigt, zum Händler kommt er Anfang 2014.
auto Motor sport hat ebenfalls im September 2012 ein paar frische Erlkönigbilder: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/erlkoenig-vw-xl1-ein-liter-auto-auf-erprobungstour-5585790.html Im Dornier Museum Friedrichshafen gab es im November 2012 tatsächlich einen Vortrag zum XL1: http://www.friedrichshafen.info/friedrichshafen/news-aktuelles/detail/datum/2012/11/06/was-verbirgt-sich-hinter-xl-1/ autoblog.com hat auch ein paar recht frische Erlkönigbilder vom Oktober 2012: http://www.autoblog.com/photos/volkswagen-xl1-prototype-spy-shots/ Es gibt natürlich auch einen Eintrag in der Wikipedia zu dem Projekt 1-Liter-Auto: http://de.wikipedia.org/wiki/Ein-Liter-Auto_von_VW Und hier noch einen Haufen Bilder von 2011: http://carscoop.blogspot.com/2011/01/vw-xl1-hybrid-coupe-study-videos-and.html Auch wenn überall vom downsizing gesprochen wird, dann ist und bleibt der XL1 auch hier das einzig enstgemeinte Projekt. Runter auf 800cm³, zwei Zylinder und „nur“ völlig ausreichende 48PS. Sämtliche neue Fahrzeugmotoren in Europa sind natürlich fahrende Computer, und das wird auch so bleiben. Im XL1 wird der Motor dazu als Hybrid noch ein eher siamesisches Verhältnis zu einem Elektromotor pflegen und schwerlich von diesem zu trennen sein. Das sind für uns, sofern man realistisch bleibt, keine wirklich rosigen Vorraussetzungen. Was anderes spannendes Kleines sehe ich sehr Jahren tatsächlich nicht auf dem Markt. Zumindest nicht auf dem europäischen. In Indien wurde inzwischen angeblich auch schon ein Erlkönig des Tata Nano Diesel gesichtet: http://indianautosblog.com/2012/04/tata-nano-diesel-world-exclusive Hier soll es sogar noch ein wenig kleiner werden, denn dieser soll mit 700cm³ auskommen. Und möglicherweise nicht ganz so hochtechnisiert sein. Dafür wird es dieses Modell dann mit ziemlicher Sicherheit nicht in Europa geben. Zumindest nicht in absehbarer Zeit. Autos, das sind ja alles Autos?! Ja, leider. Denn den Motorradherstellern ist das Thema Effizienz ja seit Jahrzehnten völlig schnuppe. Nur Honda fällt da mit den NC700 Modellen wenigstens etwas angenehmer aus dem Rahmen. Aber Benzin, und dann auch noch Kette. Kann also eigentlich nix besser als eine 20 Jahre alte NTV oder eine 30 Jahre alte CX. Und die Rüttelplatte? Ja, nee, nix neues. Bei den Industriedieseln hat sich eigentlich sehr Jahrzehnten nicht viel getan. Doch das alles wird uns nicht davon abhalten weiterhin spannende Motorräder zu bauen. Bis jetzt haben noch jedes Jahr neue Spannende Exemplare ihren Weg aus den Asphalt gefunden und ich bin sehr zuversichtlich das wird das auch noch viele viele weitere Jahre schaffen. Gleichzeitig sichert uns die Ignoranz der Industrie die familiäre Atmosphäre an die wir uns inzwischen gewöhnt haben.